Smart Home

Aktuell scheint sich bei Baufamilien alles um das Thema Smart Home zu drehen. Bei näherer Betrachtung scheint das auch in Ordnung zu sein, denn wer möchte nicht, dass in seinem Eigenheim die Elektrogeräte auf Zuruf reagieren? Mit einer durchdachten Smart Home Steuerung sowie den passenden Smart Home Produkten lässt sich das umsetzen. Viele fragen sich jedoch, wie das funktioniert, was dahintersteckt und vor allen Dingen, mit welchen Kosten ist zu rechnen, wenn das eigene Zuhause vernetzt werden soll? Das sind aber längst noch nicht alle Fragen, weshalb wir mit dem folgenden Artikel versuchen möchten, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Grundverständnis rund um Smart Home Lösungen: Die Rede ist von einem speziellen Automationsverfahren, welches zur Vernetzung von verschiedenen technischen Geräten benötigt wird.
Vorteile von Smart Home: Die Vorteile liegen klar auf der Hand, denn schon mit der Basisausstattung profitieren Nutzer von Komfort, einem Sicherheitsgefühl sowie der Energieeffizienz.
Möglichkeiten der Installation: Es kann sowohl ein Fachmann mit der Installation beauftragt als auch in Eigenregie übernommen werden. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Wird Smart Home in Eigenregie installiert, sollte ein wenig technisches Verständnis für die Abläufe vorhanden sein.

Smart Home: Was ist das eigentlich?

Es handelt sich dabei um ein automatisiertes Verfahren, welches die verschiedenen technischen Systeme sowie vernetzte und ferngesteuerte Geräte zentral über ein Endgerät steuert. Die Funktionen sollen in erster Linie die Lebensqualität und den Wohnkomfort erhöhen, aber auch mehr Sicherheit für das Zuhause bieten und beim Energiesparen helfen. Möglich wird dies durch das intelligente Zusammenspiel der einzelnen Geräte. Wir haben uns dazu die Grundlagen sowie die Vernetzung näher angeschaut, um auf die Vorteile hinweisen zu können.

Grundlagen der Smart-Home-Technologie

Smart Home ist der Überbegriff für eine Vielzahl von Automationsverfahren, welches für die Vernetzung der technischen Geräte im Haus benötigt wird. Sehr oft ist auch von Begriffen wie eHome, Hausautomation, Connected Home oder Smart Living zu hören, die im Grunde genommen das gleiche bedeuten. Mit Hilfe der Smart Home Anwendungen können die Bewohner die Jalousien bedienen, die Beleuchtung steuern oder die Fußbodenheizung bzw. jedes andere x-beliebige elektrische Gerät mit einer App oder auf Zuruf steuern. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass bereits beim Hausbau an ein Smart Home System gedacht wurde. Ist dies nicht der Fall, kann dies jederzeit nachgerüstet werden.

Mit Smart Home sind die verschiedensten Szenarien möglich, sodass es wirkt, als würden die verschiedenen Komponenten wie von Geisterhand gesteuert, um das eigene Entertainment System zu bedienen. Aber Smart Home kann noch viel mehr, denn es bietet Komfort, Sicherheit und hilft beim Sparen von Energie, indem die vernetzten Geräte über Sensoren miteinander kommunizieren.

Mit einer App auf dem Smartphone bzw. Tablet oder auf Zuruf werden Befehle an ein Gerät übertragen. Möglich sind aber auch automatische Abläufe wie zum Beispiel das Einschalten bei Licht bei einsetzender Dämmerung und dergleichen. Durch das maschinelle Lernen und durch künstliche Intelligenz können die Systeme Muster in den Daten und Abläufen erkennen, sodass sie in der Lage sind, selbstständig Entscheidungen zu treffen.

Vernetzung im Heimnetzwerk

Netzwerkfähige Geräte wie Computer, Drucker oder Smart Home Produkte werden mit einem Heimnetzwerk miteinander und mit dem Internet verbunden, um zu kommunizieren. Die Vernetzung kann dabei mittels W-LAN, Bluetooth oder per Kabel erfolgen.

Dazu gibt es verschiedene Funktechnologien. Wir haben uns diese näher angeschaut.

  • W-LAN – Es handelt sich hierbei um einen weit verbreiteten Standard, der jedoch sehr viel Energie verbraucht.
  • Bluetooth – Diese Funktechnologie hat einen geringen Energieverbrauch und eignet sich sehr gut für Einsteiger.
  • ZigBee – Wird für den weit verbreiteten Standard eine spezielle Netzstruktur benötigt.
  • Z-Wave – Der internationale Standard sorgt für eine drahtlose Kommunikation im Smart Home.
  • Matter – Neben W-LAN und Bluetooth wird dieser Funkstandard am häufigsten eingesetzt.
  • EnOcean – Es handelt sich hierbei um eine batterielose Funktechnologie für Automatisierungslösungen.

Der Vollständigkeit halber möchten wir auch noch die anderen Funktechnologien nennen: Homematic IP, DECT ULE, RTS und KNX.

Jede dieser Funktechnologien hat Vor- und Nachteile, was die Reichweite, den Energieverbrauch und die Kompatibilität mit verschiedenen Herstellern angeht.

Vorteile eines intelligenten Zuhauses

Das intelligente Zuhause bietet den Menschen eine Vielzahl von Vorteilen, die wir uns näher angeschaut haben.

  • Komfort: Nicht nur der Wohnkomfort, sondern auch die Lebensqualität lässt sich durch Smart Home Geräte deutlich verbessern. Per Knopfdruck oder per Sprachassistent wird das Leben mit einem Smart Home System nicht nur einfacher, sondern auch komfortabler. So können zum Beispiel Lichtstimmungen an die Tageszeit angepasst werden, das Haus ist immer perfekt temperiert, die Smart-TVs an- und ausschalten oder auch die Jalousien öffnen und schließen. Die verschiedenen Anwendungen lassen sich mit einem Smartphone direkt ansteuern, können auf Wunsch aber auch automatisiert werden. Dies bedeutet, dass die Rollläden sich bei Sonnenaufgang öffnen oder die Heizung sich einschaltet, wenn die Bewohner nach Hause kommen. Letzteres ist möglich, weil die Smart Home Produkte das Öffnen der Haustür oder des Garagentors erkennen. Zusätzlich können die intelligenten Komponenten mit Funksteckdosen oder mit LED-Leuchten verknüpft werden, sodass Hausbesitzer verschiedene Szenarien programmieren können. Beispiel dafür ist, dass auch bei längerer Abwesenheit immer der Eindruck erweckt wird, dass jemand zu Hause ist, weil Lampen sporadisch an- und ausgehen bzw. Rollläden sich automatisch öffnen und schließen.
  • Sicherheit – Die Bewohner können sich in ihren eigenen vier Wänden sicher fühlen, da zum Beispiel das Licht mit einem Bewegungsmelder an- und ausgeschaltet werden kann. Viele Hausbesitzer schätzen die Echtzeitüberwachung ihres Hauses mithilfe der Smart Home Zentrale. So wissen die Bewohner jederzeit, was in ihrem Haus vorgeht. Bilder werden live auf das Smartphone übertragen, sodass die Bewohner selbst entscheiden können, ob es sich um einen echten Besucher handelt oder ob sie doch lieber die Polizei informieren. Die eigenen vier Wände werden aber nicht nur durch Bewegungssensoren sicherer, denn es gibt auch Sensoren, welche bei Glasbruch, Wasser oder Rauch eine Warnung senden. Auf Wunsch können die Überwachungskameras auch mit einer Sirene kombiniert werden, die sowohl die Bewohner als auch die Nachbarn auf die drohende Gefahr hinweist.
  • Energieeffizienz – Sind die Smart Home Geräte mit dem Smartphone oder dem Tablet verbunden, können die Eigentümer sich jederzeit einen Blick auf den aktuellen Stromverbrauch werfen. Des Weiteren können die Geräte auch aus der Ferne an- und ausgeschaltet werden. Wird die Heizung mit einem W-LAN-Heizkörperthermostat ausgestattet, kann jeder Raum anhand von Bewegungen bzw. Helligkeit optimal temperiert werden. Einige Smart Home Lösungen wie zum Beispiel das System Bosch Smart Home nutzen die Geofence-Technologie mit speziellen Sensoren ein. Bei Abwesenheit der Bewohner wird die Heizung nach unten reguliert und erst wieder in den Normalbetrieb geschaltet, wenn die Menschen nach Hause kommen. Grundsätzlich sollte beim Kauf einer solchen Smart Home Lösung auf das Energy Star Label geachtet werden, da hier eine sehr gute Energieeffizienz bescheinigt werden kann, was nachweislich beim Energiesparen hilft. Laut Experten kann mit einer guten Smart Home Ausstattung zwischen 10 und 30 % der Energie eingespart werden.
  • Unterhaltung – Per App oder per Sprachassistent wie zum Beispiel Amazon Alexa oder Google Assistant lassen sich das Smart-TV oder die Musikanlage steuern. Wer möchte, kann sich auch von den Sprachassistenten bei der Filmauswahl beraten lassen.
  • Wertsteigerung der Immobilie – Mittlerweile ist jede fünfte Immobilie mit Smart Home Produkten ausgestattet. Die Tendenz ist laut Experten in den nächsten Jahren steigend. Dies zeigt ganz deutlich, dass ein Haus ohne Smart Home schon bald als veraltet gilt. Hausbesitzer können durch das Nachrüsten der Technologie für eine deutliche Wertsteigerung der Immobilie sorgen, da nicht nur Käufer, sondern auch immer mehr Mieter Wert auf ein Smart Home legen. Dieses sorgt für Wohnkomfort, Energieeffizienz und ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.

Smarte Anwendungen im Überblick

Für ein besseres Verständnis haben wir uns einige der smarten Anwendungen näher angeschaut.

Beleuchtungssteuerung

Die vernetzte Beleuchtungssteuerung wird in Europa auch sehr oft als Smart Lighting bezeichnet. Smart Lighting kann sowohl auf Veränderungen in der Umgebung als auch auf die Wünsche der Nutzer reagieren. Sehr oft entscheiden sich Hausbesitzer für smarte Lichtquellen wie zum Beispiel Philips Hue oder LIFX, aber auch das komplexe Lichtmanagementsystem gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Bei Letzterem ist die digitale Lichttechnologie sowohl auf Energieeffizienz als auch auf den Mehrwert der Nutzer ausgelegt. So sorgen die verschiedenen Funktionalitäten wie Dimmen, Farbwechsel, Einbruchschutz und die sogenannte Schwarmfunktion von Licht für mehr Sicherheit und Wohnkomfort. Zusatzfunktionen und die Kombination mit Amazon Alexa oder anderen smarten Geräten können den Komfort noch weiter steigern.

Mithilfe der verschiedenen Steuer- und Regelsysteme ist es möglich, den Wohnkomfort zu erhöhen und gleichzeitig Energie zu sparen, da die Beleuchtung je nach Tageslichteinfall gedimmt oder komplett ausgeschaltet werden kann. Des Weiteren ist eine Bewegungserfassung möglich. Diese reagiert entweder auf Bewegungen von Menschen oder auf die Körperwärme und kann das Licht automatisch einschalten.

Beleuchtungssteuerungen werden immer beliebter. Mittlerweile nutzt jeder fünfte Deutsche diese Funktion in seinem Zuhause. Rund 40 % davon entfallen auf die Beleuchtung im Innenbereich, bevor die Heizungssteuerung in Erwägung gezogen wird. Viele Hausbesitzer nutzen die smarte Beleuchtung auch für den Außenbereich wie Garten, Auffahrt, Terrasse und dergleichen.

Temperaturregelung

Im Alltag ist die smarte Temperaturregelung eine wertvolle Hilfe, die gleichzeitig den Energieverbrauch senken kann. Die smarten Heizungsthermostate sind über eine elektrische Steuerung mit dem Ventil der Heizung verbunden. Die Steuerung kann sowohl per App als auch von der Smart Home Zentrale  erfolgen.  Sind die smarten Heizkörperthermostate mit dem Heizsystem kompatibel, können sie in jedes Haus integriert werden. Wenn möglich sollten die Geräte die Basics wie Fernsteuerung, Zeitplan-Erstellung und Anpassung an tägliche Routinen beherrschen. Zu den sinnvollen Features gehört die „Fenster-offen-Erkennung“.

Verschiedene Studien belegen, dass mit den smarten Thermostaten bei richtiger Nutzung zwischen 10 und 30 % des Heizenergieverbrauchs eingespart werden kann.

Sicherheitssysteme

Viele wissen, wie ärgerlich es ist, wenn man seinen Haustürschlüssel vergessen hat und einen teuren Schlüsselservice anrufen muss. Mit den modernen Smart Home Systems gehört dies der Vergangenheit an. Das Smartphone übernimmt alle Funktionen eines Haustürschlüssels und kann bereits in der Basisversion über die App die Haustür öffnen. Mit einem Fingerabdruckscanner oder einer Funktastatur kann die Tür auch aus der Ferne geöffnet werden, wenn zum Beispiel Handwerker oder Postbote das Haus betreten sollen, ohne dass die Bewohner Zuhause sind. Des Weiteren ist das elektronische Türschloss in der Lage, die Haustür beim Verlassen des Hauses zu sichern, indem es die Tür automatisch verriegelt.

Mithilfe von Tür- und Fenstersensoren kann aus der Ferne per App überprüft werden, ob alle Fenster und Türen verschlossen sind. Durch Bewegungsmelder und Sicherheitskameras kann das Haus zuverlässig geschützt werden, da es live auf das Smartphone meldet, wenn sich jemand dem Haus nähert. Sehr beliebt bei Nutzern ist das Bosch Smart Home System. Für das Bosch smart Home System gibt es unterschiedliche Alarmsysteme wie etwa die kabelgebundene Alarmanlage oder eine Alarmanlage, die per Funk,- W-LAN oder Hybrid funktioniert. Von der Polizei wird vielfach die Funkalarmanlage nach Norm EN 50131 mit Sicherheitsgrad 2 empfohlen. Idealerweise sollte die Alarmanlage mit Sicherheitskameras und smarten Türschlössern kombiniert werden.

Unterhaltungselektronik

Die smarten Lösungen bei der Unterhaltungselektronik  sorgen für die optimale Verbindung von Technologie und Komfort, da die Unterhaltungsgeräte wie Smart-TV oder Musikanlage per Sprachbefehl gesteuert werden können. Werden zusätzlich intelligente Lautsprecher mit einem Cloud- basierten Sprachdienst genutzt, kann der Komfort noch weiter gesteigert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man seine Lieblingsmusik hören möchte, den neuesten Nachrichten folgen oder einfach nur telefonieren möchte. Amazon Alexa, Siri oder Google Assistant erfüllen sofort jeden Wunsch der Nutzer.  

Haushaltsgeräte

Weit oben auf der Liste der Beliebtheit stehen smarte Steckdosen. Dazu werden spezielle Adapter in vorhandene Steckdosen gesteckt, sodass diese per App auf dem Smartphone oder dem Tablet bzw. mit einem Sprachassistenten bedient werden können. Dadurch wird es möglich, die verschiedenen Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Kaffeemaschine, Fernseher und vieles mehr zu steuern. Die benötigten Plugs verfügen über einen Empfänger, der die Steuerungsbefehle an die Steckdose weitergeleitet. Dazu sind weder Bluetooth noch WLAN oder eine DECT-Verbindung nötig.  Mithilfe der smarten Steckdosen kann der Stromverbrauch von Waschmaschine und anderen Geräten im Haushalt besser reguliert werden, da bei Nichtnutzung die Geräte komplette vom Stromnetz getrennt werden können, ohne dass der Stecker aus der Steckdose gezogen werden muss.  

Intelligente Sicherheit und Komfort mit vernetzter Hausautomation

Moderne Hausautomation setzt auf ein durchdachtes Zusammenspiel aus vernetzten Geräten wie Rauchmeldern, Fenstersensoren, Kameras und Markisen. Plattformen wie home and smart bieten dabei wertvolle Anleitungen, wie sich funkbasierte Technologien mit IP-fähigen Systemen wie Homematic kombinieren lassen. Besonders praktisch: Viele WLAN-fähige Geräte ermöglichen es, Sicherheitsfunktionen wie Kameras, Fenstersensoren oder Rauchmelder direkt über eine App zu kontrollieren.

Selbst Markisen lassen sich via WLAN oder Funk automatisieren, etwa um bei starkem Wind selbstständig eingefahren zu werden – eine häufig genutzte Funktion im Bereich Hausautomation. Anbieter wie homeandsmart zeigen, wie Homematic, IP-basierte Steuerungen und klassische Funk-Technik effizient zusammenarbeiten können, um das Zuhause sicherer und komfortabler zu machen.

Beliebte Smart-Home-Systeme und Plattformen

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Smart Home Systemen und den dazugehörigen Plattformen. Zukünftige Nutzer sollten sich anhand von verschiedenen Informationen entscheiden, welche Lösung für sie die beste ist.

Bekannte und auch beliebte Hersteller rund um das Thema sind neben Magenta von der Telekom auch die verschiedenen AVM Geräte wie Fritz!Box, Gigaset, D-Link oder Devolo. Ebenfalls sehr bekannt sind die folgenden Hersteller mit ihren zahlreichen Produkten: Apple, Bosch, Samsung und Xiaomi.

Herstellerunabhängige Plattformen

Zu den herstellerunabhängigen Plattformen zählen:

  • Home Assistant: Es handelt sich hierbei um eine Open Source Lösung, die verschiedene Plattformen unterstützt. Um die verschiedenen Protokolle ansteuern zu können, werden für die komplexe Anwendung zusätzlich USB-Dongles benötigt.  
  • Samsung SmartThings: Die Kompatibilität der Plattform kann durch das Zusammenspiel der verschiedenen Funktechnologien durchaus als positiv betrachtet werden. Allerdings kann es zu Problemen kommen, wenn Produkte von fremden Herstellern eingebunden werden sollen.
  • Apple HomeKit: Mit dieser Plattform können herstellerunabhängige Geräte in einem System zusammengeführt werden, dabei ist es vollkommen egal, von welchem Hersteller die Komponenten sind und wie sie gemischt werden sollen. Die Bedienung kann per App oder per Sprachbefehl mit Siri erfolgen. Einziges Manko, das Apple HomeKit ist nicht ganz billig.

Ebenfalls zu empfehlen für Smart Homes sind die Plattformen Switchbot, Matter, homee, Tuya Smart, iHaus und Shelly. Es handelt sich hier um hochwertige, aber günstige Plattformen, zu denen es auf dem Markt immer wieder attraktive Angebote gibt.

Herstellerabhängige Systeme

Zu den herstellerabhängigen Systemen der Smart Homes gehören Bosch, Philips, Siemens und andere Anbieter, welche mit einem Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant verbunden werden können.

Das System von Bosch kann mit dem Funkprotokoll Zigbee sowie dem Heimnetzwerk verbunden werden. Zusätzlich beherrscht der Controller II von Bosch den internationalen Funkstandard Matter.

Bei Philips Hue handelt es sich um ein System, welches mit verschiedenen anderen Systemen kompatibel ist. Die Geräte lassen sich mit Amazon Alexa, Google Assistant und dem Apple HomeKit verbinden.

Auswahlkriterien

Zu den wichtigsten Aspekten, wenn es um die Auswahl von Smart Homes geht, zählen:

  • Kompatibel mit verschiedenen Sprachassistenten
  • Vernetzungsmöglichkeit mit verschiedenen Herstellern
  • Automatisierung mit Abhängigkeitsbedingungen
  • Integration und Steuerung von verschiedenen Geräten
  • Benutzerfreundlichkeit sowie die Preise

Integration eines Smart Home Systems

Durch die Integration der Systeme ist es möglich, verschiedene Geräte wie Licht, Heizung und Komponenten für die Sicherheit sowie die Unterhaltungselektronik über eine zentrale Steuereinheit zu bedienen.

Die Systeme können sowohl in Eigenleistung als auch von einem Fachmann installiert werden. Nutzer, die das in Eigenleistung in Angriff nehmen, bekommen schon bei der Installation einen ersten Einblick in die verschiedenen Funktionen. Bei der Integration sollte darauf geachtet werden, dass sämtliche sensible Daten bzw. Informationen verschlüsselt übertragen werden. Des Weiteren sollte das System nur mit dem. Internet verbunden werden, wenn der Fernzugriff unbedingt notwendig ist. Es sollten zudem nur Produkte von etablierten Herstellern gewählt werden, die auch regelmäßig Updates anbieten. Wenn möglich sollten die offenen Standards wie Z-Wave, KNX oder Zigbee gewählt werden.

Übernimmt ein Fachmann die Installation, müssen Nutzer sich um nichts kümmern, denn ihnen wird ein fertiges System zur Verfügung gestellt, das sofort genutzt werden kann.

Um die Funktion der Systeme zu verdeutlichen, muss man sich bewusst machen, dass das zentrale System, der Hub oder der Gateway die Befehle der App empfängt und an die entsprechenden Geräte sendet.

Smart Home Kosten: Investition und laufende Ausgaben

Die Kosten sowohl für die Anschaffung als auch für den laufenden Betrieb spielen für Nutzer eine entscheidende Rolle.

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten sind abhängig von der Ausstattung, der Größe sowie dem Umfang des Systems. So bekommen Nutzer schon oft ein Basispaket für wenige hundert Euro, während ein voll ausgestattetes System für ein Einfamilienhaus mindestens 6.000 Euro oder mehr kostet.

Wir haben uns die Kosten für einzelnen Komponenten näher angeschaut:

  • Zentrale für eine funkbasierte Lösung:  ca. 100 bis 200 Euro
  • Sensoren, Lichtschalter, Heizkörperthermostate usw. : jeweils zwischen 30 und 60 Euro
  • Steckdosen: ab 30 Euro
  • Komplette Einsteigerpakete: ab 80 Euro
  • Kleinere Komplettsysteme: ab 155 Euro

Zusätzlich müssen die Installationskosten berücksichtigt werden, wenn ein Fachmann mit der Installation beauftragt wird.

Laufende Kosten

Zu den laufenden Kosten zählen neben den Abonnementgebühren für Cloud-Dienste und Plattformen auch die Gebühr für die App-Steuerung, die von einigen Anbietern verlangt wird. Im Schnitt sollte hier mit 5 bis 15 Euro pro Monat kalkuliert werden.

Nicht zu vergessen sind die Stromkosten, die bei einigen Komponenten anfallen. Für ein typisches Einfamilienhaus sind dies bis zu einem Kilowatt pro Tag. Allerdings kann hier gesagt werden, dass diese so gering sind und kaum ins Gewicht fallen. Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist, dass die Produkte helfen, die Stromkosten insgesamt zu minimieren.

Smart Home Sicherheit: Schutz Ihrer Daten und Privatsphäre

Viele Nutzer machen sich Gedanken um den Schutz ihrer privaten Daten bzw. um ihre Privatsphäre. Diese ist nicht unbegründet, aber auch nicht ganz so dramatisch wie es im ersten Moment aussieht, wenn man über die Sicherheitslücken Bescheid weiß.

Datensicherheit

Grundsätzlich sollen Smart Home Produkte das Sicherheitsgefühl der Bewohner eines Hauses erhöhen. Doch es ist auch nicht auszuschließen, dass es zu Angriffen von außen durch Hacker kommen kann. Zu den möglichen Risiken gehören hier die ungewollte Überwachung der Bewohner sowie das unbeabsichtigte Öffnen und Schließen von Türen durch eine fehlgeleitete Nutzung von Smart Home Geräten. Ebenfalls zu den Risiken zählen technische Defekte sowie Fehler bei der Bedienung. Laut der Smart Home Anbieter können die Produkte von jedermann auch ohne technisches Hintergrundwissen bedient werden. Da die smarten Geräte aber immer komplexer werden, können schon kleinste Bedienungsfehler zu Schäden oder gar einem Sicherheitsrisiko führen.

Die Angst vor einem Angriff durch Hacker ist nicht unbegründet, da die Komponenten permanent mit dem Internet verbunden sind. Vielfach kommt es zu solchen Angriffen, aber durch Fehler in der Bedienung oder sonstiges Fehlverhalten von Nutzern. Dazu zählen, dass Updates nicht zeitnah durchgeführt werden, die Passwörter der Hersteller nicht sofort geändert werden oder die Passwörter zu einfach gewählt werden. Vielfach wird als Passwort das Geburtsdatum oder ein Name bzw. Begriff, der mit dem Nutzer in Verbindung gebracht werden kann, genutzt.

Grundsätzlich sollten die Produkte nur von etablierten Anbietern gekauft werden, die aus dem europäischen Raum kommen und regelmäßig Updates zur Verfügung stellen.

Ein weiteres Risiko für die Privatsphäre ist die Vernetzung mit Sprachassistenten, da leider nicht sichergestellt werden kann, dass die eingespeisten Daten vertraulich behandelt werden.

Privatsphäre

Grundsätzlich kann die Privatsphäre durch Smart Home Geräte negativ beeinflusst werden, da permanent Daten gesammelt werden. Nutzer können sich dennoch schützen, indem sie

  • Sichere Passwörter nutzen
  • Mit Zwei-Faktor-Authentifizierung arbeiten
  • Sämtliche Updates installieren
  • Firewall nutzen
  • Nicht benötigte Funktionen deaktivieren
  • Bei etablierten Händlern kaufen
  • Kommunikation verschlüsseln
  • Fernzugriff nur bei Bedarf erlauben
  • Standardeinstellungen überprüfen
  • Zugriffsrechte prüfen und anpassen

Des Weiteren rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu folgendem:

  • Möglichst nur das Heimnetzwerk nutzen und den Fernzugriff nur wenn unbedingt nötig nutzen
  • Am Router die UPnP-Einstellung deaktivieren
  • Nur Produkte mit verschlüsselter Kommunikation wählen

Smart Home und die Zukunft des Wohnens

Auch in Zukunft werden wir am Thema Smart Home nicht vorbeikommen. Wir haben dazu recherchiert.

Trends und Innovationen im Smart Home

Das „Intelligent Home“ rückt immer mehr in greifbare Nähe. Dies bedeutet jedoch, dass viele der älteren Gebäude saniert werden müssen, damit die smarten Gadgets auch genutzt werden können. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Zum einen können die Betriebskosten auf Dauer gesenkt werden und zum anderen lassen sich Wohnungen in solchen Häusern leichter vermieten.

Bei einem Blick in die Zukunft könnte unser Leben bereits 2030 so oder ähnlich aussehen:

  • Unser Kühlschrank kann anhand des Inhalts Rezepte vorschlagen.
  • Haustür erkennt die Gesichter der Bewohner.
  • Beim Putzen und der Pflege hilft ein Roboter.
  • Am Morgen werden die Rollläden automatisch geöffnet und auf Wunsch Kaffee gekocht.
  • Digitale Assistenten lesen den kompletten Tagesplan vor.
  • Smarte Spiegel können das Hautbild analysieren und die passenden Pflegeprodukte empfehlen.
  • Pflegeprodukte und alles andere kann per Knopfdruck bestellt und geliefert werden.

Smart Home und Energieeffizienz

Grundsätzlich können intelligente Lösungen zu einer höheren Energieeffizienz und zu niedrigen Energiekosten beitragen. Möglich ist dies durch intelligente Heizkörperthermostate, Smarte LED-Lampen, Smarte Jalousien und vieles mehr.

Smart Home und das Sicherheitsgefühl

Verschiedene innovative Lösungen sorgen für ein rundum sicheres Zuhause, sodass die Bewohner unbesorgt auch für längere Zeit abwesend sein können.

Smart Home und Komfort

Anhand von individualisierten Wohnkonzepten bekommt jeder ein intelligentes und komfortables Zuhause, wie er es sich wünscht.

Fazit

Durch Smart Home kann die Wohnqualität positiv beeinflusst werden, da das Zuhause sicherer, komfortabler und energieeffizienter wird.

Zu den Vorteilen zählen neben dem Komfort und dem Sicherheitsgefühl auch die Energieeffizienz, die einfache Handhabung sowie die Vielfalt, das System nach und nach durch weitere Komponenten zu ergänzen.

Allerdings sollten auch die Risiken nicht verschwiegen werden. Neben dem Datenschutz kommt es auch immer wieder zu Hackerangriffen. Des Weiteren können Unbefugte die Kontrolle über die komplette Haustechnik erlangen. Zum eigenen Schutz sollten nur starke Passwörter verwendet, die Firewall des Routers aktiviert und regelmäßige Updates durchgeführt werden.